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Gemeinsam allein.

Als Martin Neuhof im Rahmen seiner Ausstellung zur Leipziger Tafel gefragt wurde, ob er das Senioren- und Altenpflegeheim „Dresdner Hof“, auch unter dem Namen Maternus bekannt, fotografieren wolle, hatte er kaum eine Vorstellung, wie der Alltag dort sein würde. Kein Wunder, verbindet man mit dem Wort „Heim“ im täglichen Sprachgebrauch eher etwas Negatives. Dennoch war er neugierig und wagte den Blick hinter die Kulissen. Genau wie dem Leipziger Fotografen geht es wahrscheinlich noch zig anderen jungen Menschen, denn kaum einer hat heutzutage wirklich Berührungspunkte mit einer solchen Institution. Es scheint zu einer Art Tabuthema verkommen zu sein. Viele fühlen sich schuldig oder gar unfähig, wenn sie einen geliebten Menschen in einem Seniorenheim betreuen lassen und  glauben, den Menschen so allein zu lassen. Die Ausstellung „Gemeinsam allein“ soll genau das widerlegen: Als Martin Neuhof die Bewohner des Maternus Altenheimes besuchte, traf er Menschen, die keineswegs einsam sind. Und obwohl nicht jeder Tag in einem positiven Licht steht, sind die Bewohner doch fröhlich, lachen ausgelassen und sitzen gemütlich beisammen. Nicht verwunderlich, dass dem Leipziger Fotografen nach diesem Erlebnis die eigenen Probleme im Alltag vollkommen nichtig erscheinen. Auch die anfängliche Sorge über die Reaktion der Bewohner auf Martin Neuhof, war unbegründet. Statt misstrauisch zu sein, fühlten sie sich bei Einzelporträts sogar geehrt und konnten es gar nicht glauben, dass der Leipziger Fotograf extra gekommen war, um sie abzulichten.
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Vernissage:
18. Oktober 2013 // 17.30 – 21.00 Uhr

Facebook-Veranstaltung:
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Wo?
Maternus Senioren- und Pflegezentrum Dresdner Hof // Neumarkt 27 // 04109 Leipzig

Ausstellungsdauer:
18.Oktober 2013 – 31. Dezember 2013

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Über den Fotografen Martin Neuhof

Als Martin Neuhof 1984 in Leipzig das Licht der Welt erblickt, scheint es, als sei sein Lebensweg als Enkel eines Fotografen schon vorbestimmt. Neben seinem Großvater, bestärkte auch Friedrich Gahlbeck, der jüngste Meister-Fotograf der DDR, Martins Interesse an der Fotografie. Daher war es wenig verwunderlich, dass er zunächst eine Lehre als Mediengestalter antrat und fortan die Grafik in seinem Fokus stand. Doch das sollte sich mit einem ganz besonderen Weihnachtsgeschenk im Jahre 2000 ändern: die erste eigene Digitalkamera, die bald zu einem ständigen Wegbegleiter wurde. So entstanden unzählige Schnappschüsse von der Familie, Freunden und der Natur – bisher reine Zufallsprodukte, aber die Fotografie hatte Martin Neuhof nun vollends in seinen Bann gezogen. Knapp sieben Jahre später konnte er erstmals eine digitale Spiegelreflex-Kamera sein Eigen nennen. Seit 2008 verdient er sein Geld nun schon mit der Fotografie und seitdem erhebt der Leipziger Fotograf an sich selbst und seine Bilder hohe Ansprüche. Er will nicht nur die bloße  „Hülle“ eines Menschen abbilden. Vielmehr geht es ihm darum, den Charakter des Menschen mit all seinen Fehlern, Träumen, Gefühlen und Wünschen nach außen zu kehren und für den Betrachter in einem Bild sichtbar zu machen.

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